Umfrage zur aktuellen Entwicklung der Wohnungswirtschaft

Die BBH/BBHC-Umfrage in der Wohnungswirtschaft zeigt den Handlungsbedarf kleiner und großer Wohnungswirtschaftsunternehmen auf. Trotz andauernd hoher Marktnachfrage wollen sich Unternehmen von der Konkurrenz absetzen und Ihren Mietern zusätzliche Dienstleistungen wie E-Mobility (52 %), Mieterstrom (43 %), Energieeinsparmaßnahmen (33 %) und Sharing-Dienste anbieten.

Beim Contracting liegt die Herausforderung dabei eindeutig in der Identifikation der optimalen Objektversorgung. Angrenzende Gebäude beziehungsweise das Quartier als Ganzes rücken dabei zunehmend in den Fokus. Das Wärmeliefer-Contracting wird bereits von 60 % der Unternehmen genutzt und ist bereits weit verbreitet. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei überwiegend mit regionalen Dienstleistern, insbesondere Stadtwerken (56 %). Zukünftig könnten die Kooperationen mit Contracting-Unternehmen auch weitere Services wie Mieterstrom, Heizkostenabrechnung und E-Mobility-Lösungen umfassen.

Mieterstrom steht weiter hoch im Kurs. Trotz hoher Komplexität und moderater Wirtschaftlichkeit planen 71 % der Unternehmen weitere Mieterstrommodelle umzusetzen. Bedingt durch den aktuellen regulatorischen Rahmen lassen sich bisher nur wenige Mieterstromprojekte wirtschaftlich umsetzen. Dies liegt unter anderem an den noch immer relativ hohen Kosten für PV-Strom und der Gefahr des Verlustes der Gewerbesteuerprivilegien beim Eigenbetrieb der Anlage.

Im Bereich der Heizkostenabrechnung sind die Unternehmen eher unzufrieden mit den Dienstleistern. Dennoch sind nur wenige Unternehmen bereit, über das Liegenschaftsmodell einen neuen Dienstleister zu wählen. So können Wohnungsunternehmen ab 2021 unter bestimmten Voraussetzungen einen neuen Dienstleister wählen. Das Stadtwerk kann hierbei von den Synergien in der Belieferung und Abrechnung mehrerer Medien profitieren und somit der Wohnungswirtschaft ein günstigeres Angebot machen als aktuelle Marktführer wie Techem und Ista. Die Ergebnisse der Umfrage zum Liegenschaftsmodell decken sich diesbezüglich mit den bisherigen Erfahrungen der BBH-Gruppe. Das Liegenschaftsmodell wird als zu undurchsichtig bewertet, was eine Umsetzung erschwert.

Fehlende Anreize begründen auch, weshalb die Wohnungswirtschaft bisher eher in ihr Kerngeschäft statt in Energieeffizienz investiert. Auch wenn eingesparte Energiekosten direkt gewinnwirksam sind, ist es vielen Unternehmen wichtiger, die Kaltmiete durch Investitionen nicht unnötig zu erhöhen, um auf dem Markt weiterhin attraktiv zu bleiben. Hier stellt sich die Frage, wie es der Gesetzgeber schafft, mittels neuer Förderrichtlinien Anreize auch für die Wohnungswirtschaft zu generieren, sodass die Klimaschutzziele dennoch erreicht werden können.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unternehmen in der Wohnungswirtschaft grundsätzlich motiviert sind, sich für die Zukunft mit neuen Dienstleistungen und Erzeugungskonzepten strategisch zu positionieren. Die hohe Komplexität des regulatorischen Rahmens, wirtschaftliche Unsicherheit sowie mangelnde Ressourcen und Know-How stellen hierbei allerdings die größten Hemmnisse dar. Kooperationen mit Stadtwerken als direktem regionalen Ansprechpartner und Ausschreibungen zu bestimmten Dienstleistungen können hierbei eine vielversprechende Lösung darstellen. Durch die langjährige Erfahrung im Energierecht und in der Energiewirtschaft kann die BBH-Gruppe mit Musterverträgen, Förder- und Compliance- Beratung sowie Know-How in Erzeugungs- und Versorgungsfragen die Wohnungswirtschaft direkt oder als Moderator unterstützen. Mit dem Arbeitskreis Mieterstrom hat die BBH-Gruppe für Unternehmen der Wohnungswirtschaft bereits erfolgreich eine Plattform für regelmäßigen Austausch und Kooperationen gebildet.

Bei Interesse an unserer Umfrage können Sie diese über das nachfolgende Formular anfordern.

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